Der 1.Mai und mein diesjähriges Problem damit

Mir geht da was auf die Nerven.

Am Ostersonntag hat mir meine Chefin veröffentlicht, dass ich am 1.Mai einen neuen Kollegen in der Küche bekomme. Sie wolle sich von älteren (sowohl vom Alter und der Beschäftigungsdauer her) Mitarbeitern trennen.
Einer arbeitet schon 23 Jahre dort. Für den immer gleichen Stundenlohn von 7 Euro. Der meckert nicht darüber und fragt auch nicht ob er mal ne Erhöhung haben könnte.
“Der soll weg!” , “der liegt mir nur auf der Tasche” , “…ist unzuverlässig”.

All sowas haut sie raus.

Und jetzt kommt da also ein neuer.
Martin heisst er. Ist 24 und ist ab heute mein neuer Küchenchef.

Eine Position, die ich seit genau 6 Jahren dort ausgefüllt habe.

Sie würde mich aber nicht verlieren wollen. Wüsste meine Loyalität und Aufrichtigkeit zu schätzen.

Sollte Sie sich dann nicht auch so verhalten? Das ist ne Kündigungsfrist von 2 Wochen. Mich nervt das.

Ich hasse es, wenn man sich nicht ein fitzelchen an irgendwelche Dinge hält,  die man selbst predigt.
Sie will immer dass man rechtzeitig Bescheid sagt, wenn man kündigen will. Man soll immer für die anderen da sein. Pünktlich sein. Strebsam. Fleissig.

All das ist Sie nicht.

Noch ein Beispiel. Geschehen gestern abend. Die Chefin steht auf Abruf. Sommerterrasse wird voll. Kollegin kommt ins schwimmen und ruft Sie an. “Willst du mich verarschen?” brüllt Sie ins Telefon. Kollegin down. Fängt an zu heulen. Ich bin machtlos.

Sie kam dann zwar noch, aber es war kein schönes Arbeiten mehr.
Sie war zum Glück auch schnell wieder weg.

Jedenfalls ist am Ostersonntag etwas in mir kaputtgegangen.
Mein einziger Wunsch ist es jetzt, da so schnell wie möglich wegzukommen.

Für mich sind das ab heute untragbare Verhältnisse. Und ich werde Ihr das ab heute jeden Tag sagen. Ich hab keine Angst vor Ihr.
Diese unmöglich absurde Person, hat ab heute nichts mehr von mir zu erwarten. Ich lerne den neuen gerne ein, aber das wars dann.

Jobsuche. Ab heute. So intensiv wie möglich.
Ich mach alles. Ausser operieren. 😉

Ain’t no use for a troubled Heart!

Christian

Was ist das Problem?

Huhu.
Krischi am Apparat.

Was ist eigentlich unser Problem?

Jeden Tag in den vergangenen Jahren, habe ich jeden Tag etwas über gewaltsame Demonstrationen gegen Staat und Polizei gelesen, gesehen und gehört.
Hauptsächlich in Staaten wie der Türkei, Marokko, Tunesien und der Ukraine.
Sicher sind das dort andere Verhältnisse als hier, aber…

-müssen wir uns die willkür der Polizei und des Staates gefallen lassen?

-warum haben wir angst vor den Konsequenzen des Rechtsstaats?

-jeden Tag kommen dort Menschen ums Leben, die nur ihre Freiheit verteidigen.

– warum fürchten die keinerlei Justiz oder Staatsgewalt?

-was läuft da anders als bei uns?

Ich schätze, wir haben immernoch zu viel Angst vor der Polizei und ihren Schusswaffen.  Und somit vor dem Tod!

Ich denke andere Widerstandskämpfer in anderen Ländern sind den Scheiss halt gewohnt.
  Auch die Bilder erschossener Demonstranten und anderer Menschen können die nicht mehr schockieren.

Eigentlich traurig, aber realistisch.

Braucht es wirklich erst Todesopfer,  um zu merken was hier schief läuft?

Ich weiß auch nicht. Ich kann auch nicht alles in Worte fassen.

Ich schreib doch nur was mir grad durch den Kopf geht!

Bin sehr für Kommentare und Meinungen und Links dankbar.

Was ist los?

Liebe

Christian

Gefahrengebietsgedanken zur Nacht.

Ich habs wirklich nicht einfach. Jeden Tag muß ich zur Arbeit ins Gefahrengebiet. 

Klingt zunächst nicht spektakulär.

Seit die Polizei ganz Altona inklusive Schanze und St. Pauli zum Gefahrengebiet erklärt hat, ist es allerdings ein Spießrutenlauf für mich.

Ich bin Koch. Von Herzen. 
Ich schleppe jeden Tag meine heißgeliebten Messer mit mir rum.

Aber jetzt, da ich im Gefahrengebiet arbeite,  stellt mich das vor ungeahnte Probleme.

Was ist, wenn ich,(traditionell in schwarz gekleidet, mit Springerstiefeln, Kapuzenpulli und diversen Anticopper Aufnähern) in solch eine willkürliche Kontrolle komme, und mir die Schweine mein Werkzeug (welches ich nun mal zum Arbeiten und Geld verdienen brauche) abnehmen und/oder mich genau deshalb in Gewahrsam nehmen?

Man könnte sagen: “lass deine messer doch auf arbeit!”

Aber da fehlt mir das Vertrauen in die Mitarbeiter.  Ich bin sehr penibel was meine Messer angeht.  Die sind in der Anschaffung und der Pflege sehr kostenintensiv.

Die Mitarbeiter nehmen sich grundsätzlich immer das schärfste,  welches in unserem Betrieb meistens dass meinige ist und versauen es dann, indem sie es selber noch einmal schärfen.

Zwei sehr schöne Messer habe ich schon auf diese Art “verloren”.

Das will ich nicht mehr. 

Deshalb jeden Tag der Transport jener Stücke von Horn nach Altona und zurück.

Was ist denn, wenn DIE mal nen schlechten Tag haben, und alles und jeden hochnehmen!?

Plötzlich bin ich Straftäter und werde einbehalten.
Sagen DIE meinem Arbeitgeber bescheid? Und wenn ja, hab ich dann meinen Job noch?
Wer weiß.

Ich möchte sicher zur Arbeit und zurück.

Und sicher heißt in dem Fall, dass ich nicht von DENEN kontrolliert werden will, weil ich eine angebliche Gefahr darstelle.

Noch bin ich friedlich.

Und ich transportiere weiter meine Messer hin zur Arbeit und zurück.

Noch bin ich friedlich.